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Goethe-Universität Frankfurt
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Bockenheimer Landstraße 95, 60325 Frankfurt am Main Innenstadt, N 50° 07.155' E 008° 39.470'

Erwin Madelung lebte von 1921 bis 1928 in der Bockenheimer Landstr. 95

Erwin Rudolf Madelung wurde am 18. Mai 1881 in Bonn geboren. Er wollte nach seinem Abitur zunächst Ingenieur werden, wechselte aber bald zum Studium der Physik und begann 1901 ein Studium an der Universität Kiel. Nach Aufenthalten in Zürich und Straßburg wechselte er an die Göttinger Universität und promovierte dort. Nach einer neunmonatigen Weltreise wurde er 1908 Assistent am Physikalischen Institut in Göttingen und begann, den atomaren Aufbau der Kristalle zu untersuchen. Über zwei Jahre nach der Entdeckung Max von Laues, dass Kristalle regelmäßig angeordnete Gitterstrukturen bilden, stellte Madelung eine Theorie des Kristallgitters auf: Er vermutete, dass deren Bausteine nicht Moleküle, sondern Ionen sind, und gab die ersten Impulse zur Theorie der Gitterschwingungen. 1912 wurde Madelung in Göttingen habilitiert.

Während des Ersten Weltkriegs diente Madelung zeitweise in einem Pionierregiment zur Erprobung von Giftgas, wo er auch die später bedeutenden Wissenschaftler Otto Hahn, James Franck und Gustav Hertz kennenlernte. In den letzten Kriegsjahren gehörte er, wie Max Born und sein späterer Kollege Algred Landé, zum wissenschaftlichen Stab einer Schallmessabteilung der Artillerie-Prüfungskommission in Berlin. In seiner freien Zeit forschte er an der Kristallphysik und entwickelte die „Madelung-Konstante“, die ihn weithin bekannt machte. Sie war das Ergebnis intensiver Forschungen.

Nach dem Krieg wurde Madelung zunächst in Kiel, dann in Münster Ordinarius für Theoretische Physik. 1921 erhielt er einen Lehrstuhl für Theoretische Physik in Frankfurt, wo er mathematische Methoden für die Physik entwickelte. 1922 veröffentlichte er sein Kompendium „Die mathematischen Hilfsmittel des Physikers“, das alle mathematischen Grundlagen und Methoden für die Theoretische Physik enthalten sollte. Bis zu seiner Emeritierung 1949 leitete er das Institut für Theoretische Physik an der Goethe-Universität Frankfurt, hielt aber noch bis 1952 Vorlesungen. Er starb 1972 in Frankfurt. (WT und RS)

Madelung, Erwin
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