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Goethe-Universität Frankfurt
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Adlerflychtstraße 13, 60318 Frankfurt am Main Innenstadt, N 50° 07.422' E 008° 41.123'

Otto Stern lebte von 1914 bis 1922 in der Adlerflychtstr. 13

Otto Stern, geboren am 17. Februar 1888 in Sohrau/Oberschlesien, legte mit der Molekularstrahlmethode den Grundstein für die Entschlüsselung des atomaren Bauplans. Nach einem Studium in Freiburg i. B., München und Breslau wurde er 1912 bei Otto Sackur promoviert und ging sofort zu Albert Einstein nach Prag. Als dieser an die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich berufen wurde, folgte Stern ihm und arbeitete unter seiner Anleitung insbesondere auf dem Gebiet der Thermodynamik und Molekulartheorie. Im August 1913 habilitierte sich Stern und wurde Privatdozent für Physikalische Chemie. Als Max von Laue ihn 1914 bat, ihm als Assistent nach Frankfurt zu folgen, habilitierte er sich dort, beendete aber formal erst Ende 1915 den Dienst an der ETH Zürich.

Im Ersten Weltkrieg diente Stern als Gefreiter und Unteroffizier. Aus dem Kriegsdienst schied er erst im November 1918 aus, konnte dank heimatnaher Stationierung aber trotzdem Vorlesungen an der Universität Frankfurt besuchen. Anschließend kehrte er dorthin zurück und schrieb bis 1921 Physikgeschichte: Unter den schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit konnten er und Max Born im Winter 1919/20 in Versuchen mit Atomstrahlen die mittlere freie Weglänge von Molekülen erstmals messen, statt sie nur zu errechnen. 1921 wiesen Stern und Gerlach ein magnetisches Moment bei Silberatomen nach – ein Schritt zum Stern-Gerlach-Versuch, welcher der Frankfurter Universität 1922 ihren frühen Weltruhm in der Physik bescherte.

Ab 1921 wirkte Stern an der Universität Rostock. 1923 bis 1933 übernahm er den Lehrstuhl für Physikalische Chemie in Hamburg und perfektionierte seine Arbeiten zur Molekularstrahlmethode. 1933 emigrierte der jüdische Stern in die USA, wo er bis 1946 eine Forschungsprofessur in Pittsburgh innehatte. 1939 wurde er amerikanischer Staatsbürger und erhielt vier Jahre später für seine Molekularstrahlmethode und „die Entdeckung des magnetischen Momentes des Protons“ den Nobelpreis für Physik. Otto Stern starb am 17. August 1969 in Berkeley. (WT und RS)

Stern, Otto
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