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Goethe-Universität Frankfurt
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Untermainkai 15, 60311 Frankfurt am Main Innenstadt, N 50° 06.430' E 008° 40.473'

Hans W. Eppelsheimer lebte von 1946 bis 1972 am Untermainkai 15

Der Bibliothekar und Literaturwissenschaftler Hanns Wilhelm Eppelsheimer wurde am 17.10.1890 in Wörrstadt/Rheinhessen geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft, Französisch, Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie promovierte er 1914 in der Literaturwissenschaft mit einer Arbeit über Petrarca. Von 1919 bis 1929 war Eppelsheimer Bibliothekar an der Stadtbibliothek Mainz. Das Amt des Direktors der Landesbibliothek Darmstadt, das Eppelsheimer 1929 übernahm, konnte er nur bis 1933 ausüben: Dann drängten ihn die Nationalsozialisten wegen seiner SPD-Nähe aus dem Amt, er wurde in den Ruhestand versetzt. Von 1946-1958 war Eppelsheimer Direktor der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main, an der er seit 1946 auch eine Honorarprofessur für Bibliothekswissenschaft innehatte. Zudem war Eppelsheimer auch Gründer und Direktor der Deutschen Bibliothek (1947-1959). Ein weiteres bedeutendes Amt kam 1963 dazu: Eppelsheimer wurde zum Präsidenten der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung gewählt.

Wer Germanistik studiert hat, wird die „Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft“ (BDSL) höchst wahrscheinlich als „Eppelsheimer-Köttelwesch“ kennen gelernt haben. Die Kurzform trägt den Namen des Erstherausgebers Eppelsheimer und seines Nachfolgers als Frankfurter Bibliotheksdirektor und Herausgeber, Clemens Köttelwesch. 2007 wurde das 50jährige Jubiläum dieses weit über die Fachgrenzen hinausweisenden Publikationsverzeichnisses gefeiert. 1957 erschien das Werk noch unter dem Namen „Bibliographie der deutschen Literaturwissenschaft“ erstmals als Mehrjahresband im Buchhandel. Verleger war Vittorio Klostermann, der auch zu den Mitbegründern der Deutschen Bibliothek zählt.  Eppelsheimer hatte sich schon in seiner Zeit in Mainz mit Methoden der Literaturerschließung und des Bibliographierens beschäftigt. Daraus war die nach ihm benannte „Methode Eppelsheimer“ entstanden. In den 1930er Jahren war sein wichtiges Nachschlagewerk „Handbuch der Weltliteratur“ erschienen. Auch wenn die Germanistik nach Eppelsheimer noch zahlreiche Veränderungen vollzog – dazu zählte vor allem auch die Einbindung der Linguistik in das Publikationsverzeichnis ab 1969 und die damit verbundene Namensänderung in „Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft“ (BDSL) - ebnete er der deutschen Literaturwissenschaft und Bibliothekswissenschaft ihre fachliche Weiterentwicklung. df

Eppelsheimer, Hans W.
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