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Goethe-Universität Frankfurt
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Kettenhofweg 126, 60325 Frankfurt am Main Innenstadt, N 50° 07.008' E 008° 39.222'

Hans Albrecht Bethe lebte von 1924 bis 1926 im Kettenhofweg 126

Der Physiker Hans Albrecht Bethe wurde am 2. Juli 1906 geboren. Nach einem Physikstudium an der Frankfurter Universität arbeitete er zweieinhalb Jahre lang in München, wo er schließlich über die „Theorie der Beugung von Elektronen an Kristallen“ promovierte. 1929 habilitierte er und reiste anschließend nach Rom und Cambridge.

Nach seiner Rückkehr 1933 kam es nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zu Problemen – denn Bethes Mutter war Jüdin, was eine Ausgrenzung und Benachteiligung der ganzen Familie mit sich brachte. Im Oktober 1933 emigrierte Bethe deshalb nach England, wo er in Manchester und Bristol lehrte. Schließlich wurde er an die Cornell-University in Ithaca, USA, eingeladen und war dort ab Sommer 1937 als Professor tätig. Im zweiten Weltkrieg beschäftigte sich Bethe am Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit den Problemen des Mikrowellenradars. 1941 übernahm er die Leitung der theoretischen Abteilung des Los Alamos Scientific Laboratory – jener Forschungseinrichtung, in der im Rahmen des Manhattan-Projekts die erste Atombombe entwickelt wurde. Danach arbeitete er an verschiedensten Einrichtungen, blieb aber stets der Cornell-University in Ithaca verbunden. 1952 kehrte Bethe nach Los Alamos zurück – diesmal, um an der Wasserstoffbombe mitzuarbeiten. Der Atombombe steht er bis zu seinem Tod ambivalent gegenüber: Obwohl er nach dem Bombenabwurf in Hiroshima bestürzt reagierte und äußerte, man sollte solch eine Bombe nie wieder verwenden, vertrat er doch die Ansicht, dass sie in Hiroshima durch das Verhindern eines längeren Krieges Menschenleben gerettet hätte.1954 setzte Bethe sich für Franz Oppenheimer ein, als dieser des Landesverrats bezichtigt und als Sicherheitsrisiko eingestuft wurde. Ab 1960 engagierte er sich, die Wirkung der Atombombe im Gedächtnis, als Politikberater für die Abrüstung.

1967 gewann er den Nobelpreis für Physik für seine Arbeiten zur Energieerzeugung der Sonne, den so genannten Bethe-Weizsäcker-Zyklus. Es war der erste Nobelpreis, der je im Bereich der Astrophysik verliehen wurde! In den 1980er und 1990er Jahren befasste er sich mit verschiedenen Fragen der Energiegewinnung und setzte sich für die friedliche Nutzung der Kernenergie ein. Am 6. März 2005 starb Bethe in Ithaca. Er hinterließ nicht nur zahlreiche Handbuch- und Überblicksartikel, sondern konnte auch entscheidende Erfolge bei der Anwendung der Quantenmechanik vorweisen. (WT und RS)

Bethe, Hans Albrecht
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